"Krieg ich schulfrei, wenn du stirbst?"

Lieber Rabenvater als Supermutter

Liebevoll und sehr komisch erzählt Jess Jochimsen vom ganz normalen Wahnsinn der Kindererziehung: In ›Krieg ich schulfrei, wenn du stirbst?‹ verschönert sein Sohn Tom Wahlplakate, sagt unliebsamen Verwandten und Ordnungshütern »die Wahrheit« und zieht in der Nachbarschaft einen mafiösen Wettring mit Fußballbildchen auf (»Fußballbildchen sind in der Schule das, was Zigaretten im Knast sind, und Tom ist der Pate!«)... und sein bekloppter Vater hat alle Hände voll zu tun, des kindlichen Anarchismus Herr zu werden.

Vom ganz normalen Wahnsinn der Kindererziehung


Es gibt Kinder, die darauf gedrillt werden, ihre Eltern glücklich zu machen, und es gibt Kinder wie Tom. Tom ist ein kleiner Junge mit klarem Weltbild: Aufräumen, Mädchen und Schlafen sind doof, Erziehungsberechtigte und Schule werden überbewertet und Regeln machen, wenn überhaupt, nur auf dem Bolzplatz Sinn. Dazu kommen Elternsprechtage (»Der Elternsprechtag ist ein Machwerk des Teufels, und die Hölle, das sind andere Eltern.«), Erziehungsratgeber (»Ja, ich kenne die Fachliteratur, ›Jedes Kind kann schlafen lernen‹ und so weiter. Fazit: Meins nicht.«) und die eigene, liebe Verwandtschaft (»›Willst du, dass er so wird wie du?‹«) - und das Chaos von Jess Jochimsen in › Krieg ich schulfrei, wenn du stirbst?‹ ist perfekt.

Jess Jochimsen in ›Krieg ich schulfrei, wenn du stirbst?‹


»Hilfe, mein Kind brabbelt Blödsinn, und richtig laufen kann es auch noch nicht! Manchmal wünschte ich mir, dass Tom das Sprechen so erlernte wie das Laufen. Ein falsches Wort und patsch, er fliegt er hin.«

»Tante Gundel machte den Fehler, Tom auf ihren kittelbeschürzten Schoß zu bitten, ihn an ihren imposanten Busen zu drücken und die Frage zu stellen: ›Hast du denn die Gundel lieb?‹ Tom sagte wahrheitsgemäß: ›Nein.‹ Tante Gundel gab ihm eine zweite Chance und tat, als sei sie schwerhörig: ›Wie bitte?‹ Also sprach Tom lauter. ›NEIN!‹«


Pressestimmen

Januar 2013
Dr. Kirsten Plitsch, Unser Gemeindebote Gmund
»...Liebevoll und komisch erzählt, gelingt es Jess Jochimsen, den Leser zum Nachdenken wie auch zum Schmunzeln zu bringen.«
02.02.2013
Gießener Allgemeine
»Ironisch, mit viel Humor und Selbstkritik und manchmal tief leidend berichtet der Kabarettist und Autor Jess Jochimsen von den Alltagserlebnissen mit seinem kleinen Sohn.«
14.12.2012
Harald Schwier, Karlsruher Kurier
»Unverblümt. Köstlich logisch. Aber wahr.«

Leserstimmen


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15.01.2013
nancy wilde
Das Buch ist sehr lustig geschrieben. Es handelt von einem Vater und seinem Sohn Tom, der es manchmal zu wörtlich nimmt. Das Buch war schnell
ausgelesen. Ab und an gab es ein paar Stellen die recht langweilig waren. Die Kapitel sind in kleine Abschnitte unterteilt. Der Autor hat
es in der Ich- Perspektive geschrieben aber im Nachwort wird ersichtlich das die Geschichten frei erfunden sind, was aber nicht weiter tragisch
ist. Ich hab mich mit meinem Sohn öfters in der ein oder anderen Geschichte gesehen. Desweiteren hat der Autor wichtige Sachen
angesprochen die heutzutage wirklich Thema sind (zum Beispiel Leistungsdruck). Alles im allen war das Buch super und kann es nur
empfehlen.

Fazit:

Ein Buch zum schmunzeln und nachdenken. Super geschrieben.
Antworten

30.09.2012
goat
Als ich das Cover mit der lustigen Überschrift gesehen habe, war mir sofort klar, dass dieses Büchlein etwas für mich ist. Auch die witzige Zeichnung auf dem Deckblatt hat es mir gleich angetan. 160 Seiten sind für ein Buch natürlich nicht besonders viel, aber für ein Buch mit Kurzgeschichten, ist es absolut in Ordnung. Wie der Untertitel so schön sagt, handelt es sich um Geschichten von einem chaotischen Grundschüler und seinem Rabenvater. Genau 35 Stück an der Zahl und jede ungefähr 3-4 Seiten lang. Die Länge der Geschichten ist also auch für die Menschen optimal, die höchstens mal in die Tageszeitung reinschauen und vor den langen Texten in Büchern zurückschrecken.

Dass das Leben mit Kindern nicht immer eitel Sonnenschein ist und ab und zu auch mal richtig peinlich werden kann, dürfte wohl jedem bekannt sein – auch den Menschen, die keine Kinder haben. Aber Jess Jochimsen zeigt, dass man das Ganze auch von der heiteren Seite sehen kann, was aber vielleicht auch daran liegt, dass es sich hier um rein fiktive Figuren und Geschichten handelt. Eigentlich schade, denn die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben. Was mich daran erinnert, was mal eine Bekannte erzählte: Ihre kleine Tochter hatte ein Stück Moos auf der Auffahrt gefunden, welches aus der Dachrinne gefallen war. Sie lief ganz aufgeregt zu meiner Bekannten und rief: „Guck mal Mama, da liegt ein Stück Brokkoli.“

Der Autor bringt ähnliche, aber eben erfundene Situationen zu Papier wie das vom vielen „ongarnieren“ schmelzende Rückenmark oder den „Pymariden“, diesen dreieckigen Häusern, welche die „Gypter“ für die „Faronen“ gebaut haben. Leider hat Jess Jochimsen sein Pulver – also die besten Geschichten – schon ziemlich schnell am Anfang verschossen und widmet sich dann den eher ernsten Themen, die dann sein fiktiver Sohn Tom wieder ins spaßige kehren soll. Dies gelingt aber nicht immer. Doch trotz dieser kleinen Stolpersteine ist „Krieg ich schulfrei, wenn du stirbst“ ein sehr unterhaltsames und witziges Buch für jedermann. Ich habe mich köstlich amüsiert und kann es auch Lesemuffeln guten Gewissens empfehlen.

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13.08.2012
Gunther Ziegler
Der kleine Nick heisst jetzt Tom!

Humorige Episoden aus der aktuellsten Neuzeit des Kindseins zwischen Autoren-Vater und -Sohn von sehr skurril bis zu "aus dem Leben gegriffen". Das neueste (leider nur schmale 160 Seiten umfassende) Opus von Jochimsen liest sich super einfach und wenn man sich auf Jochimsens im Comedy-Bereich geschulten Humor einlaesst, bleiben die Lachtraenen garantiert nicht aus. Erinnert athmosphaerisch stark an den kleinen Nick - in einer digitaleren Welt und mit dem Vater als Erzaehler.

Die Illustrationen von Jörg Mühle passen perfekt. Der SWR - als Jochimsen'scher Haussender - sollte sich schon mal Gedanken machen, einige der Episoden mit Mühle fürs Fernsehen zu produzieren.

Punktabzug lediglich für das mir nicht gefallende gewaehlte Schriftbild des Bandes.
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